Kafkas Dichtung will Vergeistigung und Höherführung Drucken

Die unwiderstehliche Faszinationskraft seiner einzigartigen und außergewöhnlichen poetischen Bilderwelt machte wohl Franz Kafka sehr schnell zum bekanntesten und berühmtesten Dichter des 20. Jahrhunderts. Es ist das unangezweifelte Verdienst seines besten Freundes, Max Brod, als erster das Genie des Künstlers erkannt, bewundert und durch die Veröffentlichung seines Nachlasses verbreitet zu haben. Denn die Erstausgabe des Roman-Fragments „Der Prozeß“ ein Jahr nach dem Tod des Dichters bedeutete sofort einen Paukenschlag, der den Weltruhm Kafkas begründete. Er selbst hatte zu seinen Lebzeiten nur wenig herausgegeben, aber ein unüber-schaubares Konvolut an Texten hinterlassen, die Brod wie ein Gralshüter bewachte und verwaltete, um sie allmählich Stück für Stück und immer Aufsehen erregend zu vermarkten. Die einzigartige rätselhafte Bildersprache des offensichtlichen Ausnahme-Dichters wurden dann jedoch zu einer Herausforderung für die gesamte literarische Welt und steigerte seine Bedeutung bis zum Mythos, zumal Kafka selbst erklärt hatte, seine Dichtung habe ihr „Schwergewicht in der Tiefe“ und offenbare nur demjenigen, der bis zu diesem „verborgenen Hintergrund“ vordringe ihre geordnete Welt. Denn für ihn stand fest, daß wahre Dichtung „erst in der geordneten Welt“ beginnt. Diese Überzeugung ist das unerschütterliche Fundament aller seiner Kunstwerke! span>

Kafkas Dichtung will Vergeistigung und Höherführung